Mittlerweile hat man sich ja schon daran gewöhnt, dass der Besuch bei der Kfz-Werkstatt wegen schlechtem Anzug des Wagens mit einem "Wir machen mal ein Software-Update" quittiert wird. Und auch von hochmodernen Fahrzeugen, die plötzlich ohne Vorwarnung eine Vollbremsung durchführen, weil ein Fehler im Programm für die ABS-Steuerung vorliegt, hat man schon gehört.
Das lässt das Vertrauen in moderne computergesteuerte Technik nicht gerade in die Höhe steigen. Insbesondere, da ich täglich mit Computern und deren fehlerträchtigen Programmen zu tun habe, verfolge ich die Entwicklung eher mit Sorge und wünsche mir eher einen altertümlichen Selbstzünder ohne Lenkhilfe und mit direkt wirkender Bremse zurück. Aber so gefährlich der Eingriff von missratener Software in den Straßenverkehr sein kann, das Potential für eine Katastrophe ergibt sich, wenn so etwas im Flugverkehr passiert.
So geschehen bei den neuen Eurofightern unserer Luftwaffe. Zwar lösen hier nicht die Bremsen aus, dafür werden die Bildschirme schwarz und der Pilot kann mal sehen - oder eben auch nicht - wie er nach Hause kommt und das Ding landet. Anstatt die betroffenen Maschinen allerdings erst einmal auf die Ersatzbank zu schicken, werden sie weiter geflogen, jedoch nur bei Tag und von besonders erfahrenen Piloten.
Was lese ich daraus ab? Nicht einmal bei Hardware, für die der Steuerzahler über 80 Millionen Euro pro Stück hinblättern musste, ist frei von Fehlern. Wie soll das dann bei Fahrzeugen um die 25.000 € werden? Ich bin besorgt.
Immerhin wohne ich nicht im Raum Rostock, da fliegen die Blind-Fighter nämlich rum.
Quelle: heise online, Spiegel